Perspektiven (1) Die im Dunkeln sieht man nicht ...

            Perspektiven (1) Die im Dunkeln sieht man nicht ...

             

            ...und warum Perspektiven über Ihren Erfolg entscheiden!

            Verwirrend? Perspektiven? Es kommt doch auf Maßnahmen, Engagement und die richtigen Ziele an! Antwort: Nein. Es kommt darauf an, WIE Sie auf Ihr Unternehmen schauen.

            Ihrer Zustimmung gewiss: Niemand hat einen vollständigen Überblick über sein Unternehmen. Die Vielfalt der Mitarbeiter*innen und der Artenreichtum an Tätigkeiten lässt sich nicht in seiner Gesamtheit erfassen. Too big to be captured. Wir sehen immer nur einen begrenzten Ausschnitt der Wirklichkeit. Wie bewusst sind wir uns, dass das, was wir wahrnehmen und verstehen, immer nur ein Ausschnitt ist? Und dass letztlich weit mehr passiert und wirkt als je zu verstehen ist?

             

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            Wenn Sie Controller sind, einmal tief durchatmen!

             

            Und die folgenden Zeilen mutig weiterlesen!

            Auf die Probe gestellt: Bitten Sie mal einen Menschen, Ihnen nur Fragen zu stellen, die sie mit Zahlen beantworten können. Nach 10 Minuten überprüfen Sie, was man alles in Zahlen nicht ausdrücken kann. Folgenreicher Schluss: Wo kommt diese Wirklichkeit in den Blick und zur Sprache? Wo sind die kommunikativen Räume für alle Belange jenseits der Zahlen?

            In anderer Münze: Wer nur einen Hammer hat, für den wird alles zum Nagel. Mutiger Übertrag: Wer nur auf Zahlen schaut …Wir brauchen Perspektiven und Sichtweisen, die über das unmittelbar Zählbare hinaus reichen. Und sollten uns bewusst sein: Wir sehen immer nur Ausschnitte!

            Konsequenz: Wenn unsere persönlichen Sichtweisen nur einen Ausschnitt der unternehmerischen Wirklichkeit erfassen, brauchen wir viele unterschiedliche Sichtweisen, um mehr und besser zu verstehen.

            Hier ist zunächst ein kritischer Blick auf uns selbst gefragt: Erlebe ich Unterschiedlichkeit in den Sichtweisen als Bereicherung oder als Bedrohung? Die Kapazität und Fähigkeit im Umgang mit Differenzen variiert von Mensch zu Mensch und von Kultur zu Kultur.

            Es gibt neben der natürlichen Begrenztheit unserer Einsichtsfähigkeit einen zweiten Grund für Vielfalt und Multiperspektivität: Wenn wir komplexe Aufgaben erledigen, komplexe Produkte entwickeln wollen, brauchen wir eine Organisation, die komplexer ist als die zu lösenden Aufgaben.

            Und wenn die Umwelt uns immer neue Überraschungen bereitet, sind wir auf eine angemessene Vielfalt im Unternehmen angewiesen, um den Anforderungen adäquat begegnen zu können. Wir brauchen also mehr Komplexität im Inneren!

             

            Unsere Antwort auf Begrenzung und Komplexität: Das Modell der gesunden Organisation

             

            Es ist vergleichbar mit einem Prisma. Das Licht als solches können wir nicht sehen. In prismatischer Spiegelung bricht sich Licht in Farben und wird dadurch sichtbar.

            Das Modell der gesunden Organisation kann als Prisma verstanden werden:  Es zeigt die verschiedenen Farben Ihres Unternehmens.

             

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            Die sichtbare Perspektivenvielfalt des Modells hilft bei der entscheidenden Frage: Für welches Thema, Problem oder strategisches Vorhaben schaue ich auf welchen Bereich? Wo setzen wir an? Prismatisch gesprochen: Stimmt die farbliche Zuordnung zum Problem?

            Unter uns: Wie viele Projekte, Vorhaben und strategischen Irrläufe verdanken sich der schlichten Einsicht, die falschen Farben (Perspektiven) betrachtet zu haben? Wie oft hat man sich mit vollem Einsatz am falschen Ort versucht?

            Die Konsequenz: Verfügen wir nicht über eine angemessene Vielfalt an farblichen Perspektiven und praktizieren stattdessen modernes Management auf immer gleiche Weise über alle Farben hinweg, dann bauen wir organisatorische Schulden auf. Organisatorische Schulden meint, den in der Zukunft benötigten Aufwand durch das Nicht-Lösen der (Grund)Probleme des Unternehmens.

            In welchen Bilanzen werden diese Schulden verzeichnet? Ein bekannt gewordenes Phänomen zum Aufbau organisatorischer Schulden ist die schlicht naive Übernahme von Modellen, um agil zu werden.

            Spotify beschrieb einst, was in ihrem Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort mit ihrem Geschäftsmodell und den dort tätigen Menschen funktionierte. Findige – oder sollen wir sagen: „windige“ Berater? – kreierten daraus ein Modell. Und so manches Unternehmen übernahm ungeprüft und ohne Verständnis das „Modell Spotify“.

            Ein teurer Irrweg und Beleg besonderer Güte, dass der Umgang mit Komplexität nicht gekannt und gekonnt wird. Man hat das Problem schlicht nicht verstanden.

            Ersparen Sie sich Rezepte und Blaupausen. Sie passen nie. Finden Sie stattdessen heraus, was bei Ihnen passt. Für komplexe Unternehmen gibt es keine Vor-Lagen- allenfalls Steil-Lagen.

             

            Für Sie und Ihr Unternehmen sollten deshalb diese Fragen präsent sein:

             

            Wie stark bin ich persönlich wirklich bereit, unterschiedliche Sichtweisen in meine Überlegungen und Entscheidungen einzubeziehen?
            Sind wir uns als Arbeitsgemeinschaft unserer begrenzten Einsicht in die Wirklichkeit des Unternehmens bewusst?
            Haben wir gemeinsam eine hinreichende Vielfalt an Perspektiven im Unternehmen etabliert und nutzen wir diese auch?

            Wenn Sie jetzt erahnen, wie bedeutsam Vielfalt in den Sichtweisen auf Ihr Unternehmen ist, dann dürfen Sie gespannt sein auf unsere nächste Folge: Die innere Logik der Farben.

            Bleiben Sie neugierig.

             

            Quellen

             

            Wie leicht fällt Ihnen ein Perspektivenwechsel? Und haben Sie eine Lieblingsperspektive? Möchten Sie mit uns herausfinden, was bei Ihnen passt?– Melden Sie sich gerne bei uns!  Buchen Sie über unser Kontaktformular ein kostenfreies Gespräch oder rufen Sie uns einfach an: +49 (0)6349  96 30 228. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen! 

             


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