Generation Greta - Wie die neue Generation tickt

            Generation Greta - Wie die neue Generation tickt

            Generation Z – oder auch Generation „Greta“ – rückt immer mehr in den Fokus. Die Generation, zwischen 1995 und 2012 geboren, insbesondere vertreten durch ihre Protagonistin Greta Thunberg, macht durch ihr politisches Engagement im Rahmen der „Fridayforfuture“ Demonstrationen für mehr Klimaschutz auf sich aufmerksam. Die ersten Vertreter*innen dieser Generation beenden aktuell ihr Studium und betreten jetzt den Arbeitsmarkt.

            Uebersicht_Generationen

            Abbildung 1: Generation Babyboomers, X, Y, Z (REFLECT 2020)

            Welche Werte bringt diese Generation mit und was bedeutet das für die Unternehmen?
            Welche Erwartungen und Ansprüche manifestieren sich insbesondere?
            Was bedeutet das für Bereiche wie Personalentwicklung, Personalauswahl oder die Führungskräfteentwicklung?

            Die umfangreiche Shell Studie aus 2019 stützt sich auf eine repräsentativ zusammengesetzte Stichprobe von 2.572 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 12 bis 25 Jahren, die zu ihrer Lebenssituation und zu ihren Einstellungen und Orientierungen befragt wurden.

            Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Generation – neben ihrem Interesse an Politik – vor allem die Angst um die Umwelt, gefolgt von Migration, aber auch Flucht beschäftigt. Gleichzeitig sehen sie die gesellschaftliche Zukunft eher positiv, 59 Prozent finden, dass es in Deutschland insgesamt gerecht zugeht.

            Der Trend zu einer immer bunteren Gesellschaft geht bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einem hohen Maß an Toleranz einher. Die Studie zeigt, dass Mädchen und Jungen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Minderheiten mit sehr großer Mehrheit positiv gegenüberstehen.

            Für die überwältigende Mehrheit dieser Alterskohorte bilden nach wie vor Freunde, eine vertrauensvolle Partnerschaft und ein gutes Familienleben die wichtigsten Werte. Im Ergebnis zeichnet sich ein relativ familienorientiertes Bild ab. Das Verhältnis der Jugendlichen zu ihren Eltern ist überwiegend gut.

            Ein hoher Lebensstandard und die Durchsetzung eigener Bedürfnisse verlieren dagegen vergleichsweise stark an Bedeutung.

            Insgesamt stehen idealistische, eher sinnstiftende Wertorientierungen bei jungen Menschen wieder höher im Kurs. Gegenläufig ist die Entwicklung bei tendenziell materialistischen Orientierungen, die darauf abzielen, die persönliche Macht und Durchsetzungskraft zu steigern.

             

            Pfeil_Generation

            Abbildung 2: Werte der Generation Z (Shell-Studie 2019)

            Um ein differenziertes Bild zu erhalten, wie Sie Ihre Organisation hinsichtlich der Bedürfnisse der Generation Z aufstellen können, nutzen wir unser Modell der Gesunden Organisation. Die darin enthaltenen zentralen Dimensionen ermöglichen einen ganzheitlichen Blick auf die unterschiedlichen Facetten einer – wie wir es nennen – gesunden Organisation. Diese vergleichen wir mit den Orientierungen der Generation Z und erhalten so für jede Dimension entsprechende Empfehlungen.

            Neues_Wabenmodell

             

            Augenhöhe Beziehungen

            Im Umgang miteinander sind die Jugendlichen und jungen Erwachsenen demokratische und auf Augenhöhe basierende Diskussionen gewöhnt. Die Argumentationslogik der Klimadiskussion basiert überwiegend auf wissenschaftlich fundierten Studien. Bevormundung oder Restriktionen lehnen sie nicht nur ab, sondern sie stellen auch klare Forderungen an Gesellschaft und Politik.

            Hierarchisch ausgerichtete Organisationen werden sich hier öffnen und sich auf Augenhöhe mit den jüngsten Arbeitnehmern begeben müssen, um diese zu überzeugen, in ihrem Unternehmen zu arbeiten.

            Balancierte Führung

            Balancierte Führung ist gerade für die Generation Z sehr zutreffend, da sie Führung als Unterstützung zur Selbstführung versteht. Auch die Identifizierung und Entfaltung aller individuellen sowie übergeordneter Team- und Organisationspotenziale harmoniert mit den Wünschen und Werten der Generation Z nach Gemeinschaft und Selbstverwirklichung.

            Dieser Wunsch gilt nicht allein dem Individuum, sondern vor allem auch dem Team. Eine solche Art der Führung ist ‚balanciert‘, da Führungskräfte darauf abzielen, die einzelnen Unternehmensdimensionen sowie die Gesamtorganisation in Einklang mit sich selbst und ihrer Umwelt zu bringen.

            Gemeinschaftliche Kultur

            Die Werte der „Generation Greta“ sind auf Sinnhaftigkeit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Unternehmen konzentriert. In den Organisationen sollten sich die Mitarbeitenden in der Unternehmenskultur wiederfinden können.

            Leben Sie gemeinsame Werte vor und akzeptieren Sie davon abweichende Werte. Schaffen Sie eine Balance zwischen Toleranz und Sanktionierung. Grenzüberschreitungen werden über soziale Kontrolle korrigiert. Gestalten Sie Ihre Systeme so, dass gemeinschaftliches Verhalten begünstigt und Nicht-Gemeinschaftliches erschwert wird, denn auch der Wunsch nach Gemeinschaft ist bei Gen Z groß, ebenso wie der gegenseitige Respekt und Sinn für Gerechtigkeit.

            Gesunde Mitarbeiter

            Die Generation Z achtet verstärkt auf die eigene Gesundheit. Fast die Hälfte der 18- bis 24-Jährigen (44 Prozent) hat eine App auf ihrem Smartphone oder Tablet, um ihre Gesundheit oder Fitness zu „tracken“. Sie nutzen die digitalen Helfer vor allem, um ihren Schlaf zu analysieren oder das eigene Essverhalten zu überwachen.

            Egal ob Fitness- oder Shopping-App – für die Generation Z muss eine Applikation vor allem eins sein: intuitiv. Um Applikationen nutzerfreundlich zu gestalten, helfen Methoden wie „Design Thinking“, bei denen das Feedback der „User“ frühzeitig in die Entwicklung einfließt.

            Betriebseigene Fitnessstudios, „aktive Pausen“, Bewegung im Alltag, gesundes Essen im Unternehmen, Sportangebote, finanzielle Beteiligung bei eBikes u.ä. werden von dieser Generation verstärkt angenommen.

            Hybride Prozesse

            Generation Z ist mit Technologie aufgewachsen. Dem entsprechend sind die digitalen Medien für die „Technoholics“ nicht nur ein Arbeitsraum, sondern zugleich Lebenswelt, in der sie lernen, arbeiten, lachen und sich ein Netzwerk an Freunden aufbauen.

            Wissen ist massenweise „in der Cloud“ abgelegt und muss nicht erst gelernt werden. Die Mitglieder der Generation Z sind zu wahren Informationsmanagern geworden, die aus den unzähligen Daten diejenigen herausfiltern, die für sie in der jeweiligen Situation relevant sind. Technologie, Agilität und Netzwerke bilden, sind Stärken der Generation Z, achten Sie aber darauf, dass bei allen digitalisierten Abstimmungsprozessen die analoge Kommunikation nicht auf der Strecke bleibt und die lebendig-dynamische Anpassung an die Umweltbedingungen nicht darunter leidet.

            Adaptive Strukturen

            Strukturen bilden den Bauplan einer jeden Organisation. Wir sprechen von adaptiven Strukturen, wenn sich die Organisation sehr schnell Veränderungen von außen anpassen kann. Dies fällt klassischen, pyramidalen Organisationen schwerer als bspw. Netzwerk-, Kreis- oder Zellenorganisationen.

            Solche Organisationsformen benötigen ein hohes Maß an Selbstverantwortung und Selbstorganisation. Dies kommt den Bedürfnissen der Generation Z sehr entgegen: Sie läuft in selbstorganisierten Teams mit dem Wunsch nach Selbstverwirklichung im Kollektiv zur Höchstform auf.

            Markt- und ressourcenorientierte Strategie

            Die Strategie eines Unternehmens sollte aus unserer Sicht markt- und ressourcenorientiert sein. Das bedeutet, dass sie sich einerseits klar an den Bedürfnissen des Marktes ausrichtet, andererseits sich an den Ressourcen innerhalb der eigenen Organisation sowie der Gesellschaft und Umwelt orientiert.

            Umweltschutz, Sinnhaftigkeit, Nachhaltigkeit haben für die Generation Z den höchsten Stellenwert. Materielle Dingen werden unwichtiger, daher ist der Fokus auf intrinsische Motivation so grundlegend. Die Nachfrage nach Produkten und auch Arbeitgebern, welche die oben genannten Attribute beinhalten, werden auch in 10 Jahren zukunftsfähig sein. Im „War for Talent“ achten Vertreter*innen der Generation Greta sehr genau darauf, für welches Unternehmen sie arbeiten möchten

             

            Fazit:

            Die ersten Arbeitnehmer*innen der Generation Z betreten gerade den Arbeitsmarkt. Aspekte wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Sinnhaftigkeit sollten deshalb spätestens jetzt in Ihren Überlegungen zur Ausrichtung Ihrer Organisation eine übergeordnete Rolle auf der Agenda spielen. Dabei ist Ernsthaftigkeit gefragt – „Greenwashing“ wird schnell entlarvt und abgestraft.

            Mit unserem Modell der Gesunden Organisation finden Sie einen attraktiven, zukunftsfähigen Bezugsrahmen, der nicht nur Ihre Organisation fit für heute und morgen machen kann, sondern auch für die potenziellen Mitarbeiter*innen und Konsumenten*innen der Generation Z substanzielle und tragfähige Ansätze bietet. Kontaktieren Sie uns gerne und lernen Sie unser ganzheitliches Konzept der Gesunden Organisation unverbindlich kennen.

            Stöbern Sie in unseren Workshops, hier gibt es interessante „Sessions“ im Bereich Führungskräfteentwicklung, Change-Management und „Workplace Change“. Wir empfehlen Ihnen außerdem das Buch von Ingo Kallenbach „Führen in der Gesunden Organisation.“

             

             


             

            Quelle:

            1. Oktober 2019: Shell-Studie 2019: „Eine Generation meldet sich zu Wort“, https://www.shell.de/ueber-uns/shell-jugendstudie.html

             

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