Ingo Kallenbach

Trendumkehr in Sachen Mitarbeiterengagement?

Erstmals seit der Einführung des „Employee Engagement Index“ (Gallup-Institut) im Jahr 2001 ist ein positiver Trend in Sachen Mitarbeiterengagement in Deutschland zu erkennen: Der Anteil der nicht engagierten Mitarbeiter ist von 24% auf 17% gesunken! Dieser Rückgang spiegelt möglicherweise die Tendenz in deutschen Firmen wieder, die Organisationskultur stärker in den Fokus zu rücken. Glaubt man statistischen Berechnungen, kostet Desengagement der deutschen Wirtschaft jährlich zwischen 99 und 118 Milliarden. Mitarbeiterengagement führt bekanntermaßen zu einer deutlichen Steigerung der Produktivität, weniger Fluktuation, mehr Kundenorientierung, mehr Produktempfehlungen der eigenen Firma und wirkt auch als Puffer gegen Disstress. Wie kann dieser kritische Erfolgsfaktor (KEF) konkret gefördert werden? Der Schlüssel liegt in der Führungskultur. Um diese zu verbessern, sind 3 wesentliche Schritte hilfreich:

  1. Manager müssen stärker darin geschult werden, Mitarbeiterbedürfnisse zu verstehen. Dass dies nicht so banal ist wie es scheint, hatten wir in einer früheren Notiz dargelegt.
  2. Unternehmen müssen über effektive Selektionssysteme die richtigen Manager auswählen: Personen, die nicht nur exzellente Ergebnisse selbst produzieren, sondern Andere zu diesen inspirieren, bspw. durch moderne Führungskonzepte wie Positive Leadership.
  3. Bei der Managementausbildung sollte viel stärker der Schwerpunkt auf die Mitarbeiterführung gelegt werden. Ein Hinweis für die klassischen Business School Ausbildungen, die immer noch gerne mit Fallstudien arbeiten, die Introspektion jedoch zweitrangig behandeln.

Deutsche Unterhehmen haben also die richtige Richtung eingeschlagen. Hoffen wir, dass dies keine Eintagsfliege ist, sondern eine wirkliche Trendumkehr bedeutet.