Ingo Kallenbach

Neue Führungs- und Arbeitskultur: Befiehlst du noch oder kooperierst du schon?

Führungs- und Arbeitskulturen verändern sich dramatisch, mit deutlichen Folgen für die Rekrutierung, Bindung und Leistung aller Mitarbeiter. Erfolgreiche Pionierunternehmen zeigen auf, wohin der Weg zukünftig führen wird. Für Entscheidungsträger in Unternehmen ergeben sich damit zentrale Herausforderungen, die gemeistert werden wollen, aber auch Chancen offerieren.
Googelt man den Begriff „Agiles Management“ erhält man 402.000 Beiträge (Stand: 30.6.2015). Das ist schon eine ganze Menge. Die Arbeitswelt wird agil. Gibt man „New Work“ ein, wird es mit über 1 Mrd Treffern schon unübersichtlich. Handelt es sich letztlich nur um Modebegriffe mit relativ wenig innovativer Substanz, siehe auch „lean leadership“? Wir glauben nicht. Die Arbeitswelt verändert sich tatsächlich: Sie wird agiler, vernetzter, „frei“beruflicher, flexibler, flacher, demokratischer, transparenter, 4.0-industrieller. Digitaler ist sie manchmal schon. Bei weitem noch nicht in vielen Unternehmen, aber es bewegt sich etwas. Wohland, Pfläging oder Laloux lassen grüßen, um nur einige Namen zu nennen. Immer wieder haben wir in den letzten Jahren darauf hingewiesen (s. bspw. unsere Notiz vom 3.5.13). Organisationen wie Semco (BRA), Svenska Handelsbanken (SWE), IT Agile (D) oder Buurtzog (NL) sind Pioniere auf diesem Gebiet, was die Internationalität der Bewegung zeigt.

Welche Herausforderungen bedeutet das für Sie als Geschäftsführer und HR-Verantwortliche?
  • Die Abstimmung erfolgt zukünftig noch stärker mit den Füßen, sprich: Potenzialstarke Mitarbeiter werden noch schneller das Unternehmen verlassen, sollten Sie nicht die für sie passenden Rahmen- und Arbeitsbedingungen finden.
  • Die Rekrutierung hochkarätiger Mitarbeiter wird noch häufiger als früher von der Arbeits- und Führungskultur des Unternehmens abhängen.

  • Bestehende Führungskonzepte scheinen oft nicht mehr in die Zeit zu passen. Eine Neubesinnung und Neubestimmung steht an.
  • Veraltete Prozesse und Systeme müssen in der Folge an die neue Arbeitswelt adaptiert werden: Mitarbeitergespräche, Bewertungssysteme, Kompetenzmanagementinstrumente, Talent Management Software etc.
  • Viele Führungskräfte, die aktuell im Job sind, sind unzufrieden mit ihrer Art Führung und würden gerne anders (meist „moderner“) Führen, wissen aber nicht wie (Studie managerSeminare 2015, 202).
Wenn Sie als Entscheidungsträger diesen Herausforderungen aktiv und erfolgreich begegnen wollen, kommen Sie nicht umhin, sich mit den Ansätzen der „Neuen Arbeitswelt“ auseinanderzusetzen. Einen Buchtipp erhalten Sie schon mal in der aktuellen Ausgabe unserer Notizen, s. Laloux’s „Reinventing Organisations“ und einen Link zu einem Video unseres Beraterkollegen Frank Widmayer erhalten Sie darüberhinaus kostenlos hinzu ;-)