Ingo Kallenbach

Change Management: Niels Pfläging - Organisation für Komplexität

„Wenn Pfläging die Dogmen des Managements durchschüttelt, zerbröseln sie in seinen Händen“ - soweit die Financial Times Deutschland, als es sie noch gab. Hätten sie doch nur auf Pfläging gehört, dann würde es sie noch geben, könnte man meinen. Er - Pfläging - hat ein neues Buch geschrieben: Organisation für Komplexität. Aber eigentlich ist es nicht wirklich neu, es fasst seine bekannten Thesen in prägnanter und komprimierter Form zusammen.

Change Management

Thesen über das Ende des Managements in der herkömmlichen Form. Alpha-Unternehmen nennt Pfläging und der „Beyond Budgeting Round Table“ diese.

Alpha heißt: „Management by objectives“, Budgets, Pläne, Vergütung nach Position, Anreize, Incentives, Boni, Maximierungswahn und Kostenmanagement. Beta heißt: Transparenz, Teamziele, Zielvergleiche gegenüber Branchendurchschnitt, konsequente Ergebnisbeteiligung und Netzwerkorganisation.

 

Change Management Pfläging


Das kleine Büchlein ist in 7 Kapitel gegliedert, das Thema Komplexität zieht sich wie ein roter Faden durch diese. Angefangen von Grundüberlegungen der Auswirkung Komplexität auf Menschen in Organisationen über selbststeuernde Team, gelingender Führung bis hin zur Entwicklung dynamikrobuster Netzwerke und der Transformation zu Beta-Unternehmen. Ursprünge des Konzepts gehen auf eine von Robin Fraser, Jeremy Hope und Peter Bunce gegründete Arbeitsgruppe zurück, den sog. „Beyond Budgeting Round Table“. Sie verstehen sich als Interessengruppe, die angelehnt an wissenschaftliche Untersuchungen einen neuen Organisationsansatz propagieren und sich vor allen Dingen als Antagonismus des tayloristischen Ansatzes von „Weisung und Kontrolle“ verstehen. Als wichtige Pionierunternehmen gelten Svenska Handelsbanken, W.L. Gore, die brasilianische Semco, Southwest Airlines, Toyota, aber auch dm-drogerie markt oder Aldi in Deutschland.

Zurück zum Buch: Für all diejenigen, die sich neu in die Thematik einarbeiten möchten, dient es höchstens als Appetithappen, bei dem wohl eher Fragen offen bleiben werden. Als Vertiefung seien im deutschsprachigen Raum die Bücher von Pfläging und Gerhard Wohland empfohlen. Für alle, die sich schon seit längerem mit entsprechenden Ansätzen befassen, ist es eine geglückte Zusammenfassung. Wünschenswert für die Zukunft wäre eine konkrete Beschreibung von Unternehmen, die eine Transformation von Alpha nach Beta erfolgreich durchlaufen haben.